Sinnvolle Belohnung für gute Noten

Jedes Jahr, wenn es Zeugnis gibt, fragen sich viele Eltern, ob es pädagogisch sinnvoll ist, gute Noten zu belohnen. Natürlich sind Sie als Eltern sehr stolz, wenn Ihr Kind in der Schule gute Leistungen erbringt. Doch wie zeigen Sie dies am besten. Sind Belohnungen und Geschenke für gute Noten wirklich der richtige Weg?

Belohnungen pädagogisch sinnvoll?

Kritiker von Belohnungen bemängeln vor allem, dass die Kinder dadurch nicht mehr für sich selbst, sondern nur noch wegen der Belohnung lernen. Dagegen sehen Befürworter in einem Belohnungssystem eine gute Möglichkeit, für eine zusätzliche Motivation zu sorgen. Wenn Sie Ihr Kind zu etwas bringen möchten, indem Sie es mit Geld oder anderen Geschenken belohnen, ist die Frage nach dem pädagogischen Sinn durchaus angebracht. In jedem Fall gilt es zu überlegen, welche Wertvorstellen Ihr Kind mit den Belohnungen verbindet. Es besteht immer die Gefahr, dass die materielle Bereicherung zum Hauptziel und zur einzigen Motivation für gute Noten wird. Dies gilt natürlich auch für andere Bereiche, wie beispielsweise die Mithilfe im Haushalt. Anders betrachtet stellt das Lernen für Ihr Kind eine Arbeit dar. So gesehen wäre es ja nicht falsch, diese auch zu belohnen. Wie bei allen Dingen ist es auch hier wichtig, den richtigen Mittelweg zu finden. So muss Ihr Kind natürlich spüren, dass Sie die erbrachten Leistungen würdigen und zu schätzen wissen. Andererseits ist es wichtig, Kindern bewusstzumachen, dass sie für sich selbst und nicht und nicht für Geld oder andere Privilegien lernen. Doch wie lässt sich dieser Mittelweg am besten finden?

Schule ist Arbeit

Eine Möglichkeit besteht darin, dass Sie ein gerechtes Belohnungssystem einführen, in welchem die Schule als Arbeit betrachtet wird. Diese Arbeit wird dann leistungsgerecht entlohnt. Sie können auf diese Weise eine Art Prämiensystem entwickeln, bei dem Ihr Kind je nach erreichter Zensur einen bestimmten Betrag erhält. Dabei ist es wichtig, dass es auch für nicht ganz so gute Noten einen bestimmten Betrag erhält. Anhand der erreichten Summe können Sie dann beispielsweise das monatliche Taschengeld festlegen. Jedoch hat diese Variante auch einen Haken. Bei schlechten Zensuren gibt es gar kein oder entsprechend wenig Geld, selbst dann, wenn Ihr Kind sich sehr bemüht hat. Dies kann bei Kindern zu schlechteren Leistungen und Frust führen, wenn Sie erkennen, dass nicht die Leistung, sondern nur das Ergebnis wichtig ist.

Lob und Strafe

Falls Sie eine Belohnung für gute Noten generell ablehnen, sollten Sie in jedem Fall einige Punkte beachten. Loben Sie Ihr Kind, wenn es sich wirklich angestrengt und gute Leistungen erbracht hat, aber bestrafen Sie es nicht für schlechtere Leistungen. Trotz aller materieller Aspekte unserer Zeit ist Ihr Kind auch von Ihrem Lob und Ihrer Anerkennung abhängig. In vielen Fällen zählt ein Lob für Kinder sogar mehr als ein eine Belohnung in Euros. Allerdings sollten schlechte Noten niemals dazu führen, dass Sie sich von Ihrem Kind abwenden. Dies würde Ihr Kind unter einen immensen Druck setzen, da es denkt, nur bei entsprechenden Noten geliebt zu werden.

Wie könnte der Mittelweg aussehen
Es kann durchaus Sinn machen, wenn Sie außergewöhnliche Leistungen des Kindes belohnen. Es macht jedoch wenig Sinn, Ihr Kind für die obligatorische eins in Mathe zu belohnen, die es ohne große Mühe erreicht. Sinnvoller ist es, wenn Sie für die Drei in Deutsch eine Belohnung geben, falls Ihr Kind davor hier immer eine Vier oder fünf hatte. Belohnen sie immer die Anstrengung und nicht die Note an sich. Dies ist vor allen dann sinnvoll, wenn Sie mehrere Kinder mit unterschiedlicher Lernstärke haben. Dabei muss die Belohnung nicht immer aus Geld bestehen. Eine Befreiung von der Hausarbeit oder die Möglichkeit einen freien Wunsch für den nächsten Ausflug zu äußern bringen oftmals mehr Freude.

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